Buell gestoppt, MV Agusta vor dem Verkauf - das sind die letzten Schreckensmeldungen vom Markt für Motorräder, der weltweit eingebrochen ist.
Die schon jahrelang anhaltende Abwärtsbewegung bei den Neuzulassungszahlen von Motorrädern hat dabei seit dem Beginn der Wirtschaftskrise einen deutlichen Spurt eingelegt. Viele große Hersteller ständen ohne die Verkäufe von Rollern und Kleinmotorrädern für den asiatischen Markt in ihrer Gesamtbilanz noch deutlich schlechter da. Ein innovativer Hersteller wie KTM, der beim Aufbau seines sportlichen Images und im Marketing eigentlich alles richtig gemacht hat, erlebt an der Börse eine Abwertung von mehr als 70% und benötigt Landesmittel, um überleben zu können.
Obwohl diverse europäische Hersteller von Motorrädern in den letzten Jahren oft innovativer waren als die großen japanischen Marken, garantieren gute Produkte in Zeiten schmaler Portemonnaies leider auch diesen engagierten Hersteller keine ausreichenden Umsätze.
Es fällt schwer, dieser Entwicklung positive Aspekte abzugewinnen. Der Leistungswahn der Top-Modelle scheint gebrochen, aber das wäre möglicherweise auch ohne einen Markt in der Krise zu erwarten gewesen.
Das große Interesse an Elektromotorrädern und Hybrid-Antrieben ist wohl auch der Ausdruck der Hoffnung auf einen neuen, noch nicht ausgeschöpften Markt.
Und schließlich kann man argumentieren, dass der steigende Anteil an Gebrauchtmotorrädern den ausgereiften und begeisternden Maschinen die Aufmerksamkeit zurück gibt, die sie verdient haben.
Aber das sind ziemlich lahme Versuche der Selbstbeschwichtigung. Wie alle warten auch die Motorradfahrer auf das Ende der Krise und die Gelegenheit, neue und attraktive Motorräder kaufen zu können.